Dienstag, 11. September 2012

Navigation - Karten für Afrika


Leider gibt es nur für einige Bereiche von Afrika keine Karten in annehmbarer Qualität.

Während es für die nördlichsten (Tunesien und Marocco) und südlichsten Länder unserer Route (Südafrika, Namibia) sehr gutes Strassen Kartenmaterial gibt, sei es für Garmin, TomTom oder Navigon - sieht es für den Rest der Strecke sehr schlecht aus.
Die meisten Kartendaten dienen der groben Orientierung, ganze Strassen fehlen, eingezeichnete sind schon länger nicht mehr passierbar, andere sind neu dazugekommen, aber nicht eingezeichnet.

Für unserem Laos Offroad Trip hatten wir aus derselben Problematik voll auf ein Iphone gesetzt. Es gibt mehrere Apps, die das Downloaden von ganzen Kartenbereichen erlauben, für die Offline-Nutzung.

Wir machten die Erfahrung, dass nichts perfekt ist - aber dass für Laos das Kartenmaterial von Google Maps noch das beste war, was es gab - obwohl wir Vor-Ort auch noch gute Papierkarten als Ergänzung dazu gekauft haben.

Natürlich waren die Haupstrassen gut erfasst, aber da wir abseits der bekannten Pfade unterwegs waren - war für uns interessanter ob zb eine Nebenstrasse (oft ein Single-Trail) auch über eine Hügelkette führt - oder nur daran heran.

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Im folgenden soll es darum gehen, wie man an detailliertes Kartenmaterial für den grossen "Rest" in Afrika kommen kann.

Während viele hier auf "professionelles" Equippement setzen, Car-PC mit TwoNav, Fugawi, Touratech, TTQV, OziExplorer oder die "besseren" Garmingeräte, die auch mit Topografischen Karten umgehen können, sich mit alten russischen Militärkarten herumschlagen, müssen wir hier wohl aus Zeitgründen unseren Ansatz aus Laos aufgreifen.

Ich bin zwar technisch versiert, aber das braucht alles alles Einarbeitungszeit - die bei der Organisationsflut einer Transafrika einfach fehlt...

Wir starten mit einem Garmin Nüvi Strassennavigationsgerät - und einem Ipad. Auch auf dem Ipad gäbe es ein professionelles Werkzeug, TwoNav - aber auch hier scheitert es an der Einarbeitungszeit und dem Aufwand zum bereitstellen von Kartenmaterial.

Vergleich eines herkömlichen Navigationsgerätes mit dem Ipad.

Da jede App (leider) einen eigenen Mapspeicher hat, sollte man sich  für eine der Apps entscheiden, weil die maximal 64 GB Speicher eines Ipads doch ein gewisses Limit setzen. Wir haben MotionX HD ausgewählt, es gibt aber auch noch ander Apps - die hier schön vorgestellt werden http://tlcfaq.com

MotionX dient uns als:
- Trackrecorder
- Offline Maps/Sat/Terrain Karten (kostenlos)
- Export / Import von Tracks und Wegpunkte

Das grössere Display, die Möglichkeit diverse Karten zu downloaden, und/oder lokal zu Cachen - inkl Strassenkarten, Terrainkarten und Satellitenbildern (von Openstreetmap, OpenCycleMap, Bing, Google) - lassen alle anderen Lösungen verblassen, wenn man dann auch noch das einfache Handling dazu nimmt. Da sich die Möglichkeiten und Fähigkeiten von MotionX laufend ändert, verweise ich dazu auf www.4x4tripping.com dort wird auf die jeweils aktuelle Version eingegangen. 

Download Angebot

Im Detail: Hinter den MotionX Strassenkarten versteckt sich die Openstreetmaps als Basis, hinter MotionX Terrainkarten versteckt sich OpenCycleMap als Datenquelle.
Beides sind ähnlich wie ein Wiki ein freies Projekte, das für jeden frei nutzbare Geodaten sammelt (Open Data), und sich jeder auch selber mit einbringen kann,.

Zusätzlich zum Download von dem Angebot aus dem Screenshot rechts, lassen sich noch zusätzlich bis zu 1 GB Daten von Google (Google Strassen, Hybrid und Satelliten Ansicht) lokal cachen.
Iphone und Ipads haben zwar den Ruf, ungenau zu sein, was den GPS Empfang angeht - aber das schreiben meistens Leute die es selber noch nicht ausprobiert haben.

Ich musste mal in Laos 5 Stunden zurückfahren, auf der vormals gefahrenen Route - in einem Gebiet mit vielen abzweigenden Strecken - und das ging gut...

Aber zurück zum Thema. Ich habe bereits die MotionX Strassenkarten aller Länder auf unsere Route mit dem Zoomlevel 3-13 lokal auf dem Ipad heruntergeladen. Dh der Ipad lief dafür etwas länger als eine Woche im 24 Stundenbetrieb.

Seit Laos hat sich bei MotionX einiges getan. Während wir damals mühe hatten, Strassen und Terrainkarten von Laos auf jeweils ein Iphone zu bekommen - komprimiert MotionX nun grandios - es fallen pro Land so knapp 100 MB an, für alle Strassen.
Leider kompromiert MotionX die Karten erst nach dem Download - der jeweils so um die 800 MB bis 1.1 GB an pro Land an Daten betrug. Dadurch erklärt sich auch die lange Downloadzeit, die übrigens nicht durch die eigene Bandbreite eingeschränkt war, sondern Serverseitig limitiert ist.

Was der Download der Satelliten oder Terrainkarten angeht - ist es noch zu früh eine Prognose abzugeben.

Der einzige Zusatz den wir neben einem Garmin Nüvi und MotionX haben, sind die Terrainkarten von Delorme via der Earthmate App auch auf dem Ipad. Hier ist noch ein guter Einblick, in das Handling der beiden Produkte.

Für das Garmin Nüvi Gerät gibt es von Garmin selber keine hochauflösenden Karten für Afrika.

Aber es gibt gleich zwei kommerzielle Angebote  - die sozusagen exklusiv für Garmingeräte angeboten werden,  sowie auch hier wieder OpenStreet-Map:

Garmap USD 115.- je nach Wechselkurs

Hier sind 1.3 mio Strassenkilometer erfasst und 550`000 Points of Interests. Es ist (vermutlich) eine Downloadversion, die dann via Basecamp in ein kompatibles Garmin Navigationsgerät integriert werden kann.
http://www.garmap.co.za


Tracks4africa USD 91.- je nach Wechselkurs

Hier wird gleich eine SD Speicherkarte a 2 GB verkauft, kompatibel für Garmin Geräte. Einstecken, Registrieren, und schon kann man loslegen.
Ostafrika und Südafrika sind hier viel detaillierter erfasst, Westafrika nur rudimentär.
Beide Anbieter haben auch eine Liveview, da kann man sich Online die Details gewisser Gebiete ansehen, und vergleichen.

http://tracks4africa.co.za


Openstreetmap  Kostenlos

OpenStreetMap hat das Ziel, freie geographische Daten über Straßen, Eisenbahnen, Flüsse, Wälder, Häuser und alles andere, was gemeinhin auf Karten zu sehen ist, zu erfassen. Diese Daten stehen allen Benutzern lizenzkostenfrei zur Verfügung, um daraus zum Beispiel Straßen-, Wander- oder Fahrradkarten, Routenplaner oder andere wissenswerte Informationen zu erstellen.

Die Karten sind hier vielfältig brauchbar - in Garmin Navigationsgeräten - in diversen Apps für das Iphone, Android und ev. auch für Windows Phone.

Hier gibt es gleich mehrere Download-Anbieter, obwohl man sich das direkt bei Openstreetmap herunterladen kann. Hier ist eine gute Anleitung. Oder ihr nehmt:

http://wiki.openstreetmap.org     http://www.raumbezug.eu     http://www.africaexpedition.de

Wieso das so ist, könnt ihr mir vielleicht erklären. Da ich die Karten schon im Ipad habe, benötige ich sie für das Garmin nicht nochmals.

Wie ihr seht - ein Garmin Gerät mitzunehmen wird sich voraussichtlich lohnen, alleine von der Vielfalt der Kartenmaterial Quellen.

Den Ipad hätte ich gerne ersetzt, durch ein Windows Tablet-PC, oder etwas auf Basis von Android. Da hätte es durch das Wechseln von Speicherkarten noch viel mehr Möglichkeiten gegeben.
Jedoch blieb trotz Evaluation nur das Ipad über, was hauptsächlich an dieser genialen App MotionX liegt. Auf Windows und Android hätte ich mehrere Apps gebraucht, um den gleichen Zweck abzudecken - und aktuell sieht es glatt so aus, als käme ich mit den 64 GB des Ipads - trotz Sat, Terrain und Strassenkarten download - ganz gut hin.

Das wir das Ipad nur versteckt nutzen sollten, versteht sich von selber - so etwas weckt schnell Begehrlichkeiten...

Fazit: wahrscheinlich käme man mit einem normalen Garmin Nüvi auch nach Südafrika, zum finden von Bushcamps und Nebenstrecken wird das zusätzliche Kartenmaterial an Satellitenbilder und Terrainkarten sicher hilfreich sein.

Wie immer Tips und Ergänzungen sind erwünscht!

Einen Car-PC mit Windows würde ich jederzeit vorziehen, weil man einfach in abgelegenen Gebieten mehr Details bekommt. Egal ob Bing, Google oder Openstreetmap - wer mal die Details z.B. von der Republik Kongo beäugt. sieht dass ganze Landteile fehlen. Anhand der Satellitenbilder kann man es erahnen, dass da Strassen sein müssten, aber da braucht es schon Zoomstufe 16. Und diese Zoomstufe passt definitiv nicht flächendeckend auf das Ipad.

Kommentare:

  1. Schon wieder so viel geschrieben. Da kann ich ja von deinen Erfahrungen profitieren und auch gleich loslegen. dasha

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  2. Für alles südlich vom Äquator seid Ihr mit T4A Karten allerbestens bedient. Nehmt Euch einen Ersatz fürs Ipad mit, ein billiges Netbook etc, auf dem Ihr alle Karten nochmals speichert. Dazu Mapsource oder Basecamp zum Planen. Der Teufel ist ein Eichhörnchen und ein elektronisches Gerät kann kaputtgehen.
    Wir hatten 2011 zwei identische Laptops dabei. Innerhalb einer Woche ging beim einen das Keyboard kaputt mitten in der Masai Mara, beim anderen in Kampala die Harddisk. Wir konnten aus den beiden Leichen ein neues Läppi zusammenbauen.
    Unser Reisebericht 2011: http://meet-the-oceans.de/html/reisebericht_2011.php

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  3. Schöne Reiseberichte habt ihr da!

    Danke für den Tip mit Tracks4Africa. Wir haben auch Openstreetmap - mal schauen wer sich dann am besten schlägt.

    Der Nachteil eines Ipads ist das geschlossene System...Die heruntergeladenen Maps können zwar via Itunes gesichert werden können - aber nur auf einen anderen Ipad zurückgespielt werden.

    Aber einen Garmin Device haben wir ja dabei, und auch da nochmals Openstretmaps & T4A - es würden uns dann "nur" die Satelitenbilder fehlen.

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    1. Hoi zäme schaut doch mal bei Chrigu Aeschlimann rein Mail:caeschlimann@i-cons.ch
      www.namibia-forum.ch er macht den Vertrieb und Support von www.traks4africa.ch für Europa und ist mehrere Monate im südlichen Afrika unterwegs.
      Gruss aus dem nebligen kalten Luzern
      Willy

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  4. Just stumbled upon your report. Make sure you have the right garmine device to uplaod the rouite from basecamp. I have Nuvi 2595LT, not all NUvi support rouite upload. Also Not sure if thule box will survive n African road, suggest a very srong roofrack. On my LC200 I have African Outback.

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    1. Thank you much for this information about the Nuvi and that not all are capable to upload tracks! This could help other people, who plan their trip.
      We dont use Basecamp for creating our track - we just watch our progress on our ipad - this was enough for navigatin...
      Roofrack: we had a rhinorack with heavy duty bars - and a thule box above - what works well!

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  5. Navi 2+ hat Kartenmarterial für die ganze Welt .. nimmt open Streetmap als source.

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    1. Openstreetmaps hatten wir auch dabei (MotionX kann das, aber ohne Routing) - leider war das Kartenmaterial für Westafrika - so gut wie nicht existent.

      Für Ostafrika wäre Navi2+ eine Ergänzung, da sieht die Abdeckung ganz gut aus.

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  6. Danke für die sehr nützlichen Infos. Ein paar Worte zum CarPC. Ich reise seit 2003 mit Notebooks und seit 2007 mit fest eingebauten CarPCs. In Stichworten:
    - Bau und Unterhalt sehr zeitaufwändig,
    + Sehr hohe Leistung und Flexibilität
    - Nur nicht TTQV bzw. Quo Vadis verwenden, ich habe mich 10 Jahre lang geärgert, zu viele Abstürze und Bugs (Ich habe bei Version 4 aufgehört, denen mehr Geld für neue Bugs nachzuschieben).
    - Es gibt kaum Strassennavigationssoftware für Windows 7. Für Europa praktisch nur Automapa, kein Vergleich zum Angebot für iOS und Android. Rest der Welt, praktisch nur USA.
    + Russenkarten (wenn man mag), Satellitenkarten und Uebersichtskarten in beliebiger Menge speicherbar, für Afrika AFAIR IGN sehr gut.
    + Sehr schöner, unsichtbarer Einbau mit Bildschirm in Frontkonsole möglich.
    - Bildschirme teuer, Transflektiv 500 - 1000 CHF.
    - Auf 800x480 Bildschirmen läuft nicht jede Software, 1024x768 Bildschirme passen nicht mehr schön in die Frontkonsole.
    - Noch kein Multitouch für Zoom
    - Bedienung von Windows 7 mit Touchscreen alleine unmöglich.
    - Erneute Abhängigkeit von Windows und dessen zum Teil ewigen Bugs. Viele kleine Macken, zum Beispiel bei der GPS Anbindung.
    - Generell befindet sich der PC als Navigations-Plattform auf dem absteigenden Ast. Die traditionellen Programme OziExplorer (was ich zur Zeit verwende), Quo Vadis und Fugawi kämpfen mit Kartenformat-Vielfalt und fummeliger Büro-PC Bedienung.

    Ich reise zur Zeit in Südamerika mit meinem KZJ95 herum, Zeithorizont Jahre. Ich bin zufrieden mit meinem i7 / 32 GB CarPC der für mich 4ten Generation, auf dem ich neben OziExplorer und iTunes für die Musik auch Lightroom und Plugins laufen lassen kann. Der Aufwand für die Konzeption und Perfektionierung war allerdings immens, wenn auch zum Teil Hobby. Als ergänzende Strassennavigation dient Sygic mit 80 Ländern auf Android.

    Grüsse, "SporTrak"

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    1. Das ist auch ein interessanter Ansatz zumal man die Google-Sat Ansicht auch herunterladen kann. Leider ist die Einarbeitungszeit für die PC Programme hoch, und für Offline Satalitenbilder noch höher :-(

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