Freitag, 7. Dezember 2012

Tag 28, Congo - Brazzaville (hippocamp)


___      Kurzfassung via Satelliten Messager   ___
Brazzaville mittags erreicht, Vorräte aufgestockt und durch die City spaziert. Sind nun im Hippocamp Kontakte knüpfen ;-) morgen dann über DR Congo nach Angola.
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Tag 28, Congo
Heute morgen standen wir um halb 6 auf, als es langsam Tag wurde. Wir beide waren ab ca 4:00 Uhr wach und drehten uns noch so einige male, weil wir einfach ausgeschlafen waren - sind wir doch früh schlafen gegangen, um 20:00 Uhr.
Wir fuhren zügig in Richtung Brazzaville, durch eine wunderschöne Landschaft. Erst war es Topf eben, und augenscheinlich nahe dem Grundwasserspiegel, da neben der etwas erhöhten Strasse immer wieder eine Sumpflandschaft zu beobachten war - und viel viel Wasser.
Das Wetter war mehrheitlich bedeckt - und relativ kühl. Gestern Nacht haben wir trotzdem das erste mal wieder den Ventilator gebraucht, während wir im Urwald manchmal froh um unsere Daunendecken waren!
Nachts kühlte es da doch so auf 20 Grad herunter - was wir uns wohl nicht mehr gewohnt sind.
Zusehends wurde die Landschaft hügliger und Baumloser - und ein herrliches Gewitter zog auf, und entlud sich über uns. Trotz 4to und MT Bereifung waren wir des öfteren nahe des daran - Aquaplaning zu erleben. Das heisst auch, dass wir heute meistens schöne Teerstrasse hatten - mit dem Äquator kamen auch die guten Strasse (naja fast). Aber wir konnten des öfteren mal 100 fahren - das heisst schon etwas ;-).
Zusehends fuhren wir auch durch Städte, in denen es am Wegrand Strassenlaternen gab und die durchaus auch durch schöne Häuser glänzten, natürlich stehen auch da daneben weiterhin ärmliche Lehmbauten.
Unser Tank wurde leerer und leerer, wir hatten kein Geld und fanden auch keine Bank oder Geldautomaten - und wir waren schon gespannt wie wir die erste Peage (Strassengebühr / Mautstelle) überstehen würden. Irgendwann sahen wir einen Mopedfahrer Brot verkaufen und hielten an. Und - unsere CFA sind auch hier gültig, den congolesischen Franc gibt es anscheinend erst in DR Congo. Jippie - 5000 haben wir noch (ca 10 Franken).
Wir kauften Brot und frühstückten so gegen 8 Uhr auf einem sandigen Dirttrack - dessen Abfahrt von der Hauptstrasse hinsichtlich Offroad direkt knackig war.
Das Gewitter begleitete uns bis kurz vor Brazzaville - wo wir endlich einen Geldautomaten fanden und eine Puma Tankstelle ansteuerten. Ganze 210 Liter passten in die Tanks, der Zusatztank hat weiterhin das Problem, dass er langsamer auftankt, als wir während dem Fahren verbrauchen - trotz Mr Funnel Filter muss der Zusatzfilter zwischen Zusatztank und Haupttank wohl zugesetzt worden sein.
Wir erreichten ohne Polizeikontrolle(!) das Hippocamp. Dessen Inhaber war selber einmal ein Overlander - und stellt den Overlandern kostenlos einen sicheren Stellplatz zur Verfügung.
Das nicht ganz selbstlos, sind die Preise für Bier, Essen und Internet doch ziemlich knackig - aber für uns stimmt das Angebot.
Hier sind zwei gestrandete Overlander Pärchen, die wegen Visa Problemen (DRC & Angola) hier seit Wochen festsitzen. Da hilft nur, Pass heimschicken und im Heimatland beantragen und wieder zuschicken lassen.
Wir haben in der Stadt versucht einen neuen Gaskocher zu kaufen, fanden aber nur die kleinen 1 Flammen Campinggaz Kocher & Kartuschen (!).
Wenn ihr selber überlegt was für einen Kocher ihr mitnehmt - Campinggaz kann man sogar unterwegs aufstocken, da kann man nur staunen ;-)
Das Hippocamp ist analog zum Sleeping Camel eine etwas rudimentäre Einrichtung - die nicht mit den Annehmlichkeiten glänzt, die wir uns erwarten würden. Unsere Ansprüche scheinen etwas zu hoch zu sein - aber nun ja.
Für die Overlander gab es nur einen Raum mit Klo (ohne Brille) und Dusche (ohne Warmwasser) - ziemlich in dreckigem Zustand - und natürlich die Möglichkeit das Auto abzustellen - direkt neben einer lärmigen Strasse. Wieso dieser Platz so ein "must seen" sein soll, erschliesst sich uns nicht wirklich.
Wir waren fleissig shoppen - leider haben wir kein Nutella für 10 Franken gefunden und stockten unsere Vorräte für CHF 145 auf. Die damit erzielte Einkaufstüte wäre in der Schweiz grösser gewesen - Leckereien sind hier teuer.
So gesellig war das Treffen auf andere Overlander auch nicht. Mit dem franzöischen Pärchen hatten wir einen netten kurzen Austausch, der nur durch die Sprachbarrieren etwas gebremst wurde. Das Pärchen aus Österreich waren beide etwas introvertiert, und nicht sehr gesprächig.
Beide Paare standen hier seit über einem Monat - und warteten auf Ihre Pässe und Visas von Angola und DR Congo. Anscheinend hatten sie erfolglos probiert, diese Vorort zu erhalten - obwohl eigentlich klar war das dies nicht geht.
Kongo ist so schön zu bereisen - wieso hängt man da gleich einen ganzen Monat an so einem unvorteilhaften Stellplatz?
Am abend gab es ein europäisches Büffet (eher einer congolesischen Interpretation davon) was ganz gut war, aber dann auch gleich zu Durchfall führte.








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Donnerstag, 6. Dezember 2012

Tag 27, Congo


___      Kurzfassung via Satelliten Messager   ___
Im Congo gibt es doch noch Asphaltstrassen, haben wir fast nicht mehr geglaubt. Nationalpark-Eingang nicht gefunden, km geschafft. Nun Bushcamp auf einem Acker 
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Tag 27 Donnerstag 6. Dezember, Camp unter Palmen und Sternen 550 km

Heute morgen standen wir auf, und fuhren in den letzten Ort zurück, um uns beim WWF Häuschen um Informationen zum Nationalpark zu bemühen, und einen Kocher mit Fremdwährung zu ergattern.
Doch der WWF Pickup war schon weg, und den Abzweig zum Nationalpark war nicht auffindbar. Wir entschieden spontan, unter berücksichtigung der aktuellen Schlammschlacht, Ouesso anzusteuern, die grösste Stadt im Nordosten. Denn wir brauchen Geld – und einen Kocher.
Die Strasse war mal schlecht, mal unterirdisches Wellblech, mal ein Jungleautobahn. Wie auch schon in Cameroon – waren Chinesische Bautrupps zu sehen, die eine XXL Jungleautobahn am bauen waren – die in unserem Kartenmaterial zwar eingezeichnet ist, aber noch nicht existiert.
Kurz von Ouesso entschieden wir, in Richtung Brazzaville zu fahren, und eine der Städte unterwegs anzusteuern. Sorgen macht nun auch der Zusatztank – denn die Pumpe schafft es nicht mehr den Haupttank zu füllen – er wird einfach nicht mehr so schnell leer. Das heisst das der zwischenfilter ersetzt order gereinigt werden sollte, zwischen Haupt und Zusatztank.
Landschaftlich tat sich viel. Aus Urwald wurde Jungle, wurde offene Landschaft – wunderschön. Und einen Affen in freier Wildnbahn haben wir auch gesehen – er huschte über die Strasse.
Es gibt hier Schmetterlinge in allen Farben und grösse – die Schwarmweise auf der Strasse sitzen, und es gibt ein riesen tumult wenn ein Auto schnell vorbeifährt. Langsam gefahren kann man schöne Fotos ergattern. Leider füllen die Schmetterlinge auch den Kühler und den Luftfilter – das lässt sich leider nicht vermeiden.
Brummie musste heute wieder einiges einstecken – zu unverhofft tauchen kleine Schanzen und tiefe Löcher auf dem Track auf – zu selten um langsam zu fahren. Mit 4to auf allen 4 Rädern abzuheben – und eine kleine Ewigkeit zu fliegen – der Magen zieht sich jedesmal zusammen, und wir hoffen dass es ohne Folgen für Brummie geblieben ist.
Nur zu gerne würde ich Brummie in Brazzaville bei Toyota für einen Check abstellen – aber dafür ist das Vertrauen dann doch wieder nicht gross genug.
Aber vielleicht kann eine Werkstatt am Wegrand mal mit einer Hebebühne oder Grube behilflich sein – damit ich den Filter des Zusatztankes ausbauen kann – und einen groben Check des Fahrwerks und der Lenkung machen kann.
Morgen werden wir Brazzaville erreichen, und hoffentlich einen guten Gaskocher ergattern können – und unseren Tiefkühler wieder auffüllen können.
Nach den halbwegs unerfreulichen Erfahrungen an der Grenze – waren die Checkpoints im Landesinneren easy. Entweder man öffnete uns mit einem Gruss die Schranke – oder man wollte Papiere sehen, liess sich aber vollquatschen mit Swiss, German und tourism abspeisen. Hoffen wir dass es so bleibt. Ansonsten scheinen die Menschen hier wieder etwas offener und fröhlicher zu sein als in Cameroon. Wobei es im Urwald auf beiden Seiten schon ein ganz anderer Schlag von Menschen ist, viel kleiner und gedrungener als in den  urbaneren gebieten.
Kurz vor Brazzaville war die Gegend flach und fast sumpfähnlich - immer sahen wir wasserflächen neben der Strasse - und wir wussten dass es so zum einen viele Mücken haben wird und zum anderen schwierig wird ein Wildcamp zu finden. Doch wir fanden eine Palmenplantage, in die ein tiefausgefahrenen Sandtrack führte - und fanden so den bisher schlechtesten Platz unserer Reise - aber so abgelegen dass wir nicht gestört wurden.







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Mittwoch, 5. Dezember 2012

Tag 26, Congo


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Congo erreicht, Korruption abgewehrt mit 'nix verstehen'. Die Strassen sind mühsam und extrem offroad. Heute erster heftiger Regen. Ausfall unseres Kochers :-( 
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Tag 26, Jungle Camp (Cameroon) zum Jungle Camp (Congo), 315km

Wie gewöhnlich waren wir wieder recht früh auf den beinen und machten uns als erstes einen heissen Tee. Das Frühstück würden wir dann später unterwegs einnehmen, sobald die Sonne die Moskitos einigermassen vertrieben hat und wir langsam hungrig werden.
Das Adrenalin kam mit dem starten des Motors, denn jetzt mussten wir erstmal wieder über die recht steilen Lehmhügel um wieder den Track zu erreichen. Natürlich versuchten wir das Dorf, welches recht nahe liegen musste zu finden bzw es zu sehen - aber es war schlichtwegs nicht sichtbar. Keine Einfahrt, keine Parkplätze, kein sichtbarer Pfad - aber wir wussten dass es direkt am am Pfad liegen musste.

Seit gestern am späteren Nachmittag sind wir in dichten Urwald / Regenwald. Seit gestern sehen wir selten in die Ferne - sondern immer nur bis zur nächsten Kurve des Tracks. Seitlich sieht man keine 4m - sondern nur in eine Wand aus dichten grünen Blättern. Es gab keine Abzweigung, keine Möglichkeit sein Fahrzeug von dem Track zu bekommen, kein Verkehr. Nur zweimal mal sahen wir einige Hütten am Strassenrand, aber ohne das da etwas zum Verkauf angeboten worden wäre, oder es eine Tankstelle gegeben hätte.

Von Zeit zu Zeit sahen einzelne kleinwüchsige Personen, in deren rechten Hand immer ein kurzes gebogenes Messer, ähnlich einer Machete wie angeschweisst lag.
Nach einer zweistündigen ersten fahrt hielten wir an - Zeit für ein Frühstück. Notgedrungen einfach mitten auf dem Track. Die Geräuschkulisse des Urwalds ist auch tagsüber laut, fremd und immer wieder mit lauten Tierlauten versetzt die einem erstaunt aufschauen lassen, aber sichtbar ist selten etwas. Während dem Frühstück sahen wir immerhin einige Affen, die den Weg (auf dem Boden) überquerten.

Der Track selber hat einfach alles zu bieten, von tiefen Schlamm, ausgefahrenen Spurrillen, üblen materialmordenden Wellblech bis hin zu einer glatten lehm-Autobahn von einer Qualität die auch in der Schweiz selten ist..

Hast Du dich auch schonmal gefragt wie dieses "Wellblech" entsteht? Ich habe im Internet diese wissenschaftliche Erklärung gefunden…

Manchmal war das Wellblech so extrem dass nur rollen im Schrittgeschwindigkeit - oder aber Geschwindigkeiten über 100 km/h ein passieren erträglich machte. Das Problem mit der hohen Geschwindigkeit waren versteckte Springschanzen, kleine unebenheiten im Track die nicht erkennbar waren. Mehrmals hoben wir mit allen 4 Rädern ab - mit nahezu 4 Tonnen Gewicht keine optimale Fahrweise.

So fuhren wir viele Kilometer zwischen 20-30 km/h, eine Geschwindigkeit wo unsere hydraulischen Dämpfer das meiste der Schläge ausfiltern konnte und wir nicht uns und unser Fahrzeug riskieren mussten.

Wir waren noch immer nicht sicher, ob wir die Grenze an dieser Stelle als Selbstfahrer überqueren können würden, ob jemand in der Lage war das Carnet de Passages abzustempeln oder ein temporäres Importpapier ausstellen können würden. Oder ob unsere weltweite Fahrzeug Versicherung akzeptiert werden würde.
Möglicherweise müssen wir am Ende doch wieder umkehren - und den miesen Track wieder zurück, durch die grüne Hölle. Habe ich erwähnt dass wir seit Ewigkeiten nur Grün sehen? Begriffe wie die grüne Hölle - werden so irgendwie verständlich...

Plötzlich erreichten wir eine Gabelung des Tracks, wir entschieden uns für gerade aus - wo der Track in besserem Zustand und etwas breiter war. Nach cirka 20km hielt ich an - weil ich erstmal am raten war - was da vor uns lag.

Der Urwald war hier auf einer breiten Fläche abgeholzt, bzw begann vor uns eine ungefähr 800 m breite Schneise in dessen Mitte der Track hindruchführte. In einiger Distanz sahen wir eine kleine Hütte oder mehr so etwas wie eine Bushaltestelle und eine Schranke, daneben ein riesiges Schild welches wir jedoch aus der Entfernung nicht lesen konnten.
Eine solche Schneise ohne Bewuchs - bedeutet hier sicher regelmässiges Roden..

Das ganze sah zu professionell aus, um irgend eine Art von Falle darzustellen, also fuhren wir langsam bis zu der Schranke. Zwei leicht mit Pistolen bewaffnete Guards in Uniform schauten uns erstaunt an. Nun konnten wir auch das Schild Lesen, hier war eine "Mining Company". Wir gestikulierten ob wir durchfahren können, aber sie zeigten auf den Weg zurück, wo wir hergekommen waren. Zu unserem erstaunen konnte einer der Guards sogar etwas Englisch. Wir müssen die 20km wieder zurück zu der Gabelung.

Unsere GPS Navigationshilfen zeigten uns dass gerade aus eigentlich richtig sein müsste. Sowohl
die offline satelliten hybrid Ansicht von Bing und Google und tracks4africa liesen nur den Track erahnen auf dem wir gerade waren, selbst auf Zoomlevel 15 - war kein anderer Track erkennbar.

Wir fuhren also wieder zurück und namen den schmaleren Pfad. Er war schmal aber von einer sensationellen Qualität, besser als so manche Autobahn zuhause, ein riesen Spass da entlang zu brettern.
Nach kurzer Fahrt erreichten wir ein kleines Dorf, bestehend aus vielleicht 12 kleinen Lehmhütten und zwei richtigen kleinen Häusern. Dort waren einige abzweigende Strecken, die gerade aus endete jedoch nach einigen Metern. Wir probierten noch zwei andere Abzweigungen und entschlossen uns dann - nach dem Weg zu fragen. Uns wurde vaage ein Weg gezeigt, aber nach 4 Minuten standen wir zu deren Erstaunen wieder vor der Hütte, mit einem grossen Fragezeichen im Gesicht. Zwei junge Männer sprangen auf ein Motorrad und fuhren vor.

Wer hätte im Dorf einen abzweigenden halb zugewachsenen Singletrail als normalen Weg angenommen? Nach einer sehr kurzen Fahrt stoppten wir an einem einsamen Haus am Wegrand. Offensichtlich die Zollabfertigung auf der Seite von Kamerun - laut unserem GPS noch viele Kilometer vor der Grenze.
Zum glück haben wir diese Strecke nicht selber gefunden, da es keine Schranke gab - wären wir wohl einfach durch gefahren, ohne uns etwas dabei zu denken.
Die Ausreise aus Kamerun war denkbar einfach, Touristen scheinen hier nicht wirklich oft vorbei zu kommen. Unser Carnet wurde gestempelt, nach der Versicherung hat niemand gefragt. Ein Beamter kam heraus und umlief das Fahrzeug und fragte "wo sind eure Waffen", als wäre das ein gängiger Ausrüstungsgegenstand den man einfach nur deklarieren müsste. Wir lachten und verneinten - und ohne Kontrolle ging es in Richtung von Kongo.

Nach 30 Kilometer führte der Weg durch den Urwald, bis wir wieder so etwas wie ein Dorf erreichten. Oder besser gesagt, mutete es eher an wie ein Fabrikgelände, mit einigen Bretterbuden die mit Gendarmerie, Money Exchange etc beschrieben waren. Aber alles wirkte ausgestorben.

Das erste was wir sahen war ein Auto welches am Wegrand parkiert war. Ihr werdet es nicht glauben, das erste Auto nach vielen vielen Kilometer ein blauer Land Cruiser 200 (genau den fahren wir ja selber auch). Ein Fahrzeug welches erst seit 2008 verkauft wird - das erste Auto in Kongo...

In den Bretterbuden befanden sich Polizei, Immigration, und Impfbehörde, bei jedem mussten wir vorsprechen, teilweise sogar etwas warten bis die betreffenden Beamten auftauchten. Hier waren alle in ziviler Kleidung - so dass wir nicht abschätzen konnten wie autorisiert die betreffenden waren.

Wie zu erwarten war, wurden wir hier mit Bestechung konfrontiert. 20`000 CFA wollte derjenige haben der das Carnet abstempeln sollte, die gleiche Summer sollten wir für den Stempel im Pass bezahlen und für das Prüfen der Impfungen. Keiner konnte mehr als zwei Worte Englisch.

Die Frau die unsere Impfungen überprüfen sollte, wollte mit unseren Impfausweisen davonlaufen, wohl um unsere Daten in ein Buch einzutragen - aber ich konnte ihr die Ausweise relativ frech wieder entreissen, ihr signalisieren das wir zu ihr kommen werden.

An jeder Station argumentierten wir mit einem mix aus "understand nothing", "what", "please write a receipt" und "your embassy told us it is free" bis zu "we dont have money" zu retten. Der Grenzbeamte resignierte und Stempelte unser Carnet ab. Nun ging es zur Immigration. Hier half alles lamentieren nichts und nach 20 Minuten legte ich Kopfschüttelnd die Visakarte auf den Tisch, wohl wissend dass sie im Urwald wohl kein Möglichkeiten zum abbuchen haben werden.

Murrend erhielten wir unsere Stempel, aber die Jungs waren nun sauer und hatten sich anscheinend entschieden - uns gründlicher zu untersuchen. Der "Beamten" von der Immigration rief seinen Kollegen von der Police - und beide liefen Stramm auf unser Fahrzeug zu und deuteten recht energisch an dass wir die Hecktüre öffnen sollen.

Verdammt, wieso haben wir nicht vor der Grenze nochmals Pause gemacht, etwas gegessen und uns entspannt? Ich fühlte mich nicht wirklich gut Vorbereitet - auf diese Art von Stress.

Ich öffnete die Hecktüre, zeigte ihnen die Schubladen - und musste sie recht energisch vom herumtatschen abhalten, holte ihnen das heraus was sie sehen wollten. Der Typ von der Polizei deutete auf die CB Funk Antenne, und lamentierte auf Franzöisch mit seinem Kollegen.

Verdammt, ich hatte vergessen die Antenne vor der Grenze (wie bisher auch) abzubauen. Das war schon immer eine der beiden Schwachstellen - alles andere war so etwas von Legal, für alles andere hatten wir seitenweise Material, mehrsprachige Rezepte für Medikamente, mehrsprachige Versicherungsdokumente, Fahrzeugpapiere etc.

Der andere Schwachpunkt war unser Zweitpass / Austauschpass, denn ein schweizer darf nur einen Pass gleichzeitig auf sich tragen - etwas was Beamte im Urwald aber wohl nicht so einfach herausfinden dürften, zumal es nur uns Schweizer betrifft.

Tip: verusche alles absolut legal zu halten, und Du wirst keine Probleme haben

Zum Glück ignorierte der Typ von der Immigration den mehrmaligen Hinweis des Polizisten, er fand andere Sachen spannender: Er entdeckte unter der Matratze und dem Schubladensystem zwei sperrige Stoffhüllen. Dort transportierten wir unsere klappbare Reisetoilette und unseren tyrestep, womit man aus jedem Reifen einen kleinen Tisch zaubern kann - oder eine Aufstiegshilfe zum erreichen der Dachbox.
Nachdem wir ihm den Sinn erklärt hatte, resignierte er und signalisierte uns dass wir verschwinden sollen.

Dieser Grenzübertritt war definitiv nicht gerade leicht, wenn auch nicht so schlimm wie der Grenzübergang von Benin nach Nigeria an der Küste bei Lagos. Kleinere Grenzübrgänge sind meistens etwas einfacher, da die Beamten nicht gewohnt sind mit Touristen umzugehen. Wer hier entlang kommt, sollte eine Versicherung schon mitbringen, hier kann man keine Fahrzeugversicherung

Wir waren aufgrund der Hitze und Feuchtigkeit total nassgeschwitzt, froh wieder in unser Fahrzeug springen zu können, und die Klimanlage anwerfen zu können.
Direkt nach der Grenzabfertigung lag ein richtiges kleines Dorf mit süssen kleinen Chalet`s - keine Lehmhütten wie wir sie auf der Kamerun-Seite noch gesehen hatten.
Nun hätten wir die Dame von der Impfkontrolle aufsuchen sollen, die unsere Daten bestimmt in ein dickes Buch hätte eintragen müssen. Aber wir konnten weder sie noch eine Art Büro sehen. Auch gab es weder einen kleinen Laden, noch eine Tankstelle - also fuhren wir in Schrittgeschwindigkeit durch den Ort.

Mit unseren 270l Diesel müssen wir uns bezüglich dem Diesel wohl auf der ganzen Reise keine sorgen machen, können unseren Sprit an den "besseren" Tankstellen in den Städten auffüllen. Aber auch da nutzen wir immer unseren MrFunnel Filter für jeden Tropfen der in unserem Tank landet. Lieber beim Tanken jeweils etwas Arbeit haben, als irgendwo in der Pampa eine Panne wegen schlechtem Sprit zu haben.

Kaum hatten wir das Dörfchen verlassen, waren wir wieder von dichtem Urwald umgeben. Der ist zwar wunderschön, aber zumindest wir zwei vermissen die Möglichkeit mal ein paar Meter in die Ferne blicken zu können.
Nach kurzer Fahrt wurden unsere Wünsche erhört, der Regenwald ging über in einen Dschungel der immer lichter wurde, Palmen, Bananen und Blumen umrandeten den Track, einfach nur wunderschön und bunt - nach dem vielen vielen grün.
In der ferne hörten wir Donnergrollen und nach kurzer Zeit waren wir in einem heftigen Gewitter mit einem intensiven Platzregen. Wir waren ja in der keinen Regenzeit - aber hatten uns schon an die trockenen Verhältnisse gewöhnt

Der Dirttrack verwandelte sich innert kurzer Zeit in eine lehmige Schlammpiste, die sehr schwer zu befahren war. Das Heck versuchte mehrmal das rennen zu gewinnen, worauf ich erstmal anhielt um zu sehen ob mit dem Fahrzeug alles in Ordnung war, alle Reifen Luft hatten - die vorderen Reifen auch in eine Richtung zeigten - so komisch fühlte es sich an.

Aber alles war ok, der lehm oberflächlich aufgeweicht, war fast so glatt wie eine vereiste Fahrbahn. Nun wo ich wusste das mit dem Auto alles stimmt, machte es einen riesen Spass auf dem Track zu fahren, mit beherzten Gastritten das ausbrechende Heck wieder einzufangen. So fuhren wir meist recht viel schneller als gewollt - aber - was für ein Spass!
Nach kurzer Zeit entdeckten wir frische Spuren im aufgeweichten Lehm, da musste ein Fahrzeug vor uns sein. Mehrmals entdeckten wir anhand der Spuren dass der Fahrer die Kontrolle verloren, und den Graben touchiert hatte, die Spuren wie er sich wieder zurückgewfühlt hatte.

Nun war ich im Vorteil, konnte sehen wo er weggerutscht war und rechtezeitig mit lenken und kurzen Gasstössen verhindern dass auch wir von dem Track abkamen. So extrem hatte ich noch nie am Stück gedriftet, ganze Passagen waren im vollen Drift gefahren. Jeder vernünftige und verantwortungsbewusste Reisende hätte hier sicherlich und völlig zurecht angehalten, und auf bessere Verhältnisse gewartet!
Nach einer halben Stunde holten wir das Fahrzeug ein, es war der blaue Land Cruiser 200, den wir an der Grenze gesehen hatten. Er war mal wieder von Track gerutscht und hatte die Böschung im Graben touchiert. 4 Männer waren draussen am schieben. Sie schieben uns noch nicht entdeckt zu haben, daher versuchte ich in der Deckung zu bleiben, löschte das Licht und stellte den Motor aus. Nach einigen Minuten waren sie wieder auf dem Track und hinterliessen einen grossen Berg Toilettenpapier, als sie versuchten sich rudimentär zu reinigen. Wir liessen ihnen einen Vorsprung und aßen eine Kleinigkeit bevor wir die Hatz wieder aufnahmen.

Den Spuren nach kamen sie noch einige male vom Track ab und mussten sich freiwühlen, und nach einer weile nach einer engen Kurve waren sie wieder vor uns, wieder waren sie links eingeschlagen, was besser war denn rechts ging es ein ganzes stück abwärts.
Diesmal waren sie keine 40 Meter entfernt und hatten uns auch gesehen. 4 Mann waren wieder am schieben. Es war aber zu glatt um mit der Winde etwas auszurichten ohne sich selber anständig zu verankern - nach kurzer Zeit war das Fahrzeug auch ohne unsere Hilfe wieder auf dem Track.

Unglaublich was für einen Flurschaden durch unsere beiden Fahrzeuge entstand, in einen Track der eigentlich ganz gut gewesen war. Wir hinterliessen tiefe Rillen im Track und da wo das Fahrzeug vor uns vom Track rutschte, war regelmässig ein ganzer Teil des Tracks mit in den graben gerutscht.
Ich war mir nicht sicher, ob man uns weiterfahren lassen würde wenn wir das nächste Dorf oder Strassensperre erreichten...
Auch reifte die Erkenntnis das wir an das vordere Fahrzeug gebunden waren, zu mindestens an den Stellen an denen sie abgerutscht waren, wäre der Track nicht breit genug gewesen um vorbei zu kommen. So sind wir hier auch nicht schneller als der blaue Landcruiser, der ohne Seilwinde und Mudbereifung unterwegs war. Gut dass nur wir beide unterwegs waren, und nicht noch ein schwer beladenes Fahrzeug. Wieder liessen wir einigen Vorsprung, nutzen die Zeit für eine Pause.
Nun ging es wieder weiter, mit den Schlammspielen in Kongo. Ohne ESP wären wir selber wohl auch das eine oder andere mal abgeflogen. Zum glück wurde der Regen weniger und hörte schliesslich auf.

Wir erreichten eine recht grosses Dorf. Ziemlich am Anfang war so eine Art Bar/Restaurant - mit unserem blauen Land Cruiser am Strassenrand. Die Leute sassen oben, mit ihren nicht mehr ganz so sauberen Anzügen (inkl. Kravetten) - wahrscheinlich Mitglieder der Regierung.

Da es schon Abend war, wollten wir möglichst schnell ein Wildcamp Spot finden ( hier das das 1x1 des Wildcampens ) finden, das Dorf wollten wir uns am nächsten Tag anschauen - hatten daher keine Zeit unsere Neugierde zu befriedigen.

In den letzten 20km gab es keine einzige Lücke die sich für ein Wildcamp-Spot geeignet hätte, überall war der bewuchs zu dicht um den Track zu verlassen, und es gab keine Abzweigungen. Unsere Satellitenbilder liesen aber erahnen dass es vor uns einfacher sein könnte.

Wie wir erkannten war das Dorf viel grösser als gedacht. In der Mitte des Dorfes hab es einen steilen Hügel, wo wir nicht sicher waren ob wir bei dem Schlamm da wirklich hochkommen würden. Falls der Versuch fehl schlägt wird es gefährlich unkontrollierbar, Rückwärts im Schlamm... Ich legte die Untersetzung ein und aktivierte alle drei Sperren, als plötzlich ein weisser mit einem Fahrrad und zwei Helfern auf dem Hügel auftauchte, und vorsichtig herunter rutschte.

Igendwie war es schon lange her, dass wir auf einen weissen getroffen waren, natürlich tauschten wir uns kurz aus. Er kam aus Tschechien und fährt mit dem Fahhrad die Westküste Afrikas hoch. Wir empfahlen ihm abzuwarten bis es trockener ist, so macht es sicherlich keinen Spass.
Wir packten den Kletterjob mit einem guten Anlauf - und überblickten nun das restliche Dorf. Vor einer Hütte stand ein Pickup mit WWF Aufschrift, es gab sogar eine kleine Kirche.

An einem kleinen Laden hielten wir an und kauften noch einige Vorräte ein. Gerne hätten wir noch gefragt was das WWF hier macht - aber erstmal ein Wildcamp Spot - morgen können wir unsere Fragen wohl noch immer stellen..

Kurz nach dem Dorf fanden wir eine Stelle wo anscheinend Lehm für den Strassenbau abgebaut wurde, mit einigen Stellen die schon trocken genug für unsere Ansprüche waren. Hinter einigen kleinen Lehmhügeln versteckt schlugen wir unser Camp auf, ohne vom Track aus sichtbar zu sein.

Die Dorfnähe war bemerktbar, des öfteren hörten wir ein Moped vorbeiknattern und waren froh das wir etwas abgelegen standen.
Nachdem wir uns eine leckere Suppe gekocht hatten, diese verspeist hatten - wollte ich den Kocher nochmals anwerfen, um die aufgetauten Steaks aus unserem Tiefkühler zu bruzzeln, aber unser Coleman Kocher (Zweiflammig, Benzin) wollte nicht mehr. Leider konnten wir dieses Problem nicht lösen. Da hatten wir echt pech, hatten wir den Kocher nur während drei Wochen genutzt, um zweimal täglich Wasser oder Essen warm zu machen.
Obwohl wir nur Coleman Benzin genutzt hatten, waren unsere Pfannenböden immer voller Rus - will sagen dieses Gerät können wir nicht wirklich empfehlen...
Nun sind wir mitten in der Pampa ohne Kocher, aber mit einem Tiefkühler voller leckerstes Fleisch. Wie können wir die nächsten Tage kochen? Unser Plan war ja einige Tage in dem Odzala-Kokoua National Park zu verbringen, einige Tage im Regenwald zu Leben und Tiere zu beobachten.

In der Nacht versuchen wir ja versteckt und unbemerkt zu wild campen, da ist ein offenes Lagerfeuer nicht immer ratsam...  Heute Nacht geht das Beispielsweise nicht, weil wir viel zu nahe beim Dorf sind. Und wir können nicht davon ausgehen dass wir im Nationalpark immer ein Feuer machen können.

Wir entschieden uns dazu morgen früh im Dorf nach einem Kocher umzusehen, falls wir nichts finden möglichst schnell in die Hauptstadt Brazzaville zu fahren, um unser Ausrüstung wieder zu kompletieren. Leicht hungrig geht es jetzt ins Bett.







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Dienstag, 4. Dezember 2012

Tag 25, Cameroon

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Heute ging es Richtung Grenze Congo, nicht ganz geschafft., die Strassen sind der Wahnsinn. Immer noch Dschungel pur, Wildcamp mittendrin. Echt aufregend hier! 
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Tag 25 Dienstag 4. Dezember, Junglecamp 350km

Am morgen füllten wir noch unseren Wassertank auf – und machten uns auf, den Nationalpark zu finden. Leider fuhren wir anscheinend daran vorbei – oder es war wirklich nur ein Mini-Zoo.
 Wir fuhren in Richtung Congo – zuerst eine Art überlandstrasse mit vielen Überholungsvorgängen, und der V8 konnte sich ausleben – durch eine unglaublich grüne Dschungel Vegetation.
 Die Strasse und die Orte wurden immer kleiner, und wir Tankten nochmals voll, und kauften etwas Brot ein.
 Es ging über viele Flüsse und Brücken, bis die Strasse aufhörte, und eine üble Wellblechpiste der härtesten Gangart begann. Immer wenn wir schön mit an die 100km/h dahinfuhren (das Wellblech war so übel dass auch mit 100 noch sachen klapperten,  einfach andere) – kamen wieder heftige Ausspülungen oder tiefere Löcher, die einer Vollbremsung bedurften – irgendwann resignierte ich über diesen Materialmord, und fuhr mit 10-15 km/h. Aber die Passage war nach ca 40km wieder vorbei, und nun wechselten sich mittleres Wellblech mit Schlammpassagen – und lehmtrack ab. Es braucht viel konzentration hier zu fahren ohne das Fahrzeug zu ruinieren – ausser man schleicht extremst.
 Gewürzt wurde dieser einspurige Track mit Lastwagen die ganze Baumstämme aus dem Regenwald holten – und unbeirrt auf einem zufuhren, mit hohem Tempo.
 So schnell dass nur noch der entgegenkommende Bremsen und ausweichen kann.
 Generell sieht man hier viele Unfälle am Strassenrand, eigentlich schon seit Mauretanien. Gemessen am geringen Verkehrsaufkommen sind viel zu viele Unfälle zu sehen, meistens zwischen den grossen LKWs deren Stahlskelette immer wieder am rand des Tracks zu sehen sind.
Cameroon hat hier ein ganz anderes Gesicht. Zwar ist es noch immer Urwald - aber die Leute sind viel viel kleiner - öfters kleiner als Gitte - anscheinend Stämme die sich genetisch nicht so vermischt haben, wie diejenige der Küstennahen gebieten. Auch sieht man hier keinen ohne Machete. Egal ob Mann oder Frau - in der rechten hand ist immer eine Machete - wenn sie auf dem Track unterwegs sind. Damit betreiben sie rudimentäre Landwirtschaft, im Urwald neben den Tracks. Hier wird man auch nicht mehr so angebettelt - mehr aus der Ferne beobachtet.
Nach einer schön Passage sind in der ferne schon 2-3 Hütten zu erkenne, wie immer bremsen wir auf Schrittgeschwindigkeit herunter und nähern uns gemütlich einem kleinen Dorf. Wir können nun ca 10-14 Hütten erkennen und eine inoffiziell aussehende Schranke die jedoch nicht geschlossen war.
Als uns die Bewohner entdeckten erfolgte ein Aufschrei und 3-4 Personen rannten wie von der Tarantel gestochen auf uns zu. Nach der in den letzten Stunden eher zurückhaltenden Art der pygmäisch anmutenden locals mit ihren Macheten erschien uns diese euphorie doch etwas zu viel.
Wollten einige uns als Mitfahrgelegenheit nutzen, uns etwas transportieren lassen, uns eine Strassengebühr abknöpfen deren über deren berechtigung wir nur raten können? Ich nehme an dass hier nicht mal französisch geholfen hätte - was wir aber ja auch nicht sprechen. Also entschied ich mich dem V8 etwas leben einzuhauchen und elegeant fuhren wir aus dem Dorf hinaus, ohne eines der Hühner zu überfahren.
Am späteren Nachmittag erreichten wir, nachdem wir lange nur noch "Mini-"Dörfchen" bestehend aus 2-3 Hütten gesehen (wo die locals übrigens nicht mehr schreiend auf uns zurannten, sondern uns einfach nur beobachteten haben), ein richtiges Dorf mit Tankstelle – der letzten in Cameroon laut Tankwart.
 
Nach einer weiteren halben Stunde fingen wir an nach einem Bushcamp Platz ausschau zu halten.

Aber das war schwierig. Entweder es wohnen da leute und Roden regelmässig – oder da ist nur eine Grüne Baum/Jungle Wand – und kein durchkommen.

Nachdem wir schon resignierend bei einigen kleinen Hütten gehalten hatten, wo wir nach einem Stellplatz fragen wollten – aber niemand da war, namen wir die Suche wieder auf.
Als wir schon direkt an der Strasse nächtigen wollten und uns da hingestellt hatten, entdeckten ich eine minimal zugewachsene Stelle – und dahinter eine Kiesgrube ohne Bewuchs.. Mit einiger mühe kraxelte Brummie da hoch und wir suchten den Platz mit der grösstmöglichen Deckung aus.
Da wir heute auch schon Schlangen gesehen hatten, wollten wir nichz unbedingt im hohen Gras campieren, was die Suche nach einem Stellplatz im Urwald - nicht einfacher gemacht hat.. Wieder mal richtig viel Glück gehabt :D

Wir kochten uns Streak mit Nudeln und Pesto – yummi!

Beim check von Brummie stellte ich fest dass sich 4 der 6 Schrauben des Gepäckträgers zwischen 1 und 2cm herausgelöst hatten. Autsch! Auch beim herausnehmen der Campingstühle war schon eine Schraube heruntergefallen... Das Wellblech bekommt echt alles klein - wir hoffen das Toyota ein schraubenloses Design umgesetzt hat *hust*
Auf einmal hörten wir nahe stimmen, so zum Dämmerung hin waren so einige Fussgänger auf dem Track unterwegs. So leise und mit wenig Licht haben wir noch nie abgewaschen und wieder alles eingepackt.
Hier im Urwald ist es stockdunkel in der Nacht - das kleinste Licht wirkt wie ein Scheinwerfer - und wir nutzen die kleinsten Lichtquellen die wir hatten die wir zusätzlich noch mit den Fingern (abgedeckt).
Aufgrund der Geräusche und Rufen bemerkten wir, dass ein Dorf unmittelbar in der nähe sein musste.
Falls wir auffliegen oder bemerkt werden müssten wir unser Camp verlassen und bei dem nächsten kleinen Dorf nach der Erlaubniss zum übernachten fragen.. Sonst würden wir die locals unnötig beunruhigen, 2 Weisse die sich im Urwald zu verstecken versuchen würde sicherlich gewisse beunruhigungen schüren.
Nur Glühwürmchen peppten die Dunkelheit etwas auf, wo wir gemütlich bei einem Glas Wein sitzen und leise noch eine weile am Reden sind.

Später gesellte sich zu der Geräschkulisse noch ein Gospel-Chor dazu, ein schönes erlebniss!

Nun gehen wir schlafen – und hoffen das wir unentdeckt geblieben sind...






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Montag, 3. Dezember 2012

Tag 24, Cameroon


___      Kurzfassung via Satelliten Messager   ___
7 Uhr - baden im Meer, Frühstück und dann gemütlich Richtung Yaounde. Alles ganz entspannt. Nun Camp mit Familienanschluss, stehen auf deren Wiese. Spannend! 
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Tag 24, Montag 3 Dezember , Beach Camp - Familliencamp, Jaounde , Cameroon ca 360 km

Beim aufwachen realisierten wir, dass wir einen ersten wichtigen Schritt unserer Reise abschliessen konnten - das erreichen vom Strand in Kamerun in der Regenzeit. Insgeheim hatte ich 3 Tage eingeplant, für eine veritable Schlammschlacht.
Was gibt es schöneres als direkt nach dem aufwachen ins Meer zu hüpfen und erst einmal etwas schwimmen zu können? Vom Wasser aus auf den Strand zu sehen - mit dem höchsten Berg vom Kamerun in Hintergrund - dieses satte Grün und der dichte Bewuchs im nebelgeschwängerten Morgen - einfach nur traumhaft.

Beim hochfahren der abenteuerlichen Strandzufahrt begeneten wir einem Mann der uns anhielt. Er war vom lokalen tourismus büro und wollte uns eine Wanderung auf den Berg verkaufen.
Als er hörte dass wir nach Congo fahren wollten lachte er laut - viel zu gefährlich - alles kriminelle. Lustigerweise schätzte seit Mauretanien jeder Bürger das Nachbarland so ein, diese lacher kannten wir also schon.

Aber wandern wollten wir nicht - wir wollten wieder in die abgelegenen Gebiete Kameruns, wo wir hofften dass wir mitten im Urwald legal in den Kongo einreisen können - und nicht auf den "bekannten" pfaden anderer Transafrika-Reisenden - durch Gabon. Natürlich hoffte ich auch auf ein schönes Offroad Abenteuer in einem recht unbekannten Gebiet...



So fuhren wir entspannt durch den grünen Dschungel in Richtung Yaounde. Kamerun haben wir bereits in unser Herz geschlossen - es ist einfach wunderschön, und die Menschen sind sehr entspannt. Zwar wird man hier ab und an angebettelt und man wird nicht mehr so warm und fröhlich begrüsst wie in den bisher bereisten Ländern - aber - wir fühlen uns wohl hier.

In Richtung Hauptstadt befuhren wir natürlich einer der Hauptverbindungstrassen, die N3 - was natürlich einige Polizei Checkpunkte mit sich brachte - die sich nicht einfach überfahren liessen wie die Checkpoints auf den Nebenstrecken.

Eine Kontrolle ging ziemlich ans Eingemachte, Carnet, Versicherung, Warndreieck, Feuerlöscher, Warnwesten wurden geprüft - und gleich anschliessend nach einem Geschenk gefragt. Die anderen Kontrollen konnten wir passieren indem wir uns doof stellten und uns immer ratlos ansahen und die Schultern zuckten.
 Im nördlichen Teil Kameruns sprechen die Menschen English - im südlichen Teil französich, daher fiel uns da doof stellen nicht besonders schwer.

Wir kauften uns noch eine Ananas am Wegrand und hielten schon früh nach einem Bushcamp ausschau. Die Gegend war einfach zu bevölkert und es blieb uns nichts anderes über als von der Strasse abzubiegen so dass wir dabei auch bemerkt wurden. Laut Satelliten Bildern wurde es die nächsten 50km nur noch dichter besiedelt.

Wir zauberten uns ein herrliches saftiges Steak welches wir noch in Benin, Cotonou erworben hatten (Tiefkühler sei dank) mit Kartoffelbrei - und zum Dessert die unglaublich reife und leckere Ananas.

Wir waren schon beim Abwaschen als zwei Männer hinter dem Fahrzeug hervorkamen und uns recht energisch aufforderten zusammen zu packen. Wir brauchten eine weile mit händen und füssen um herauszufinden was sie wollten und ihnen klar zu machen was wir wollten. Anscheinend war dieser Platz nicht sicher genug, und wir sollten uns hinter ihr Haus stellen.

Zur Erklärung: wir waren von der Strasse aus zu einem verlassen aussehendem Haus abgebogen, wovon eine natürliche „Glatze“ eine grasfreie Fläche abzweigte – an deren Ende wir standen.

Wir packten zusammen und berieten uns ob wir den beiden trauen wollen, oder einen neuen wildcamp Platz suchen wollen. Wir entschieden uns zu bleiben, obwohl die beiden uns nicht gerade mit freundlichkeit überschütteten.

So parkten wir hinter ihrem Haus und wurden ins Haus gebeten. 7 Personen leben in diesem von aussen her sehr unauffälligem Haus, auf zwei Etagen. Wir wurden ins Wohnzimmer geführt, es wurden Kerzen angezündet und wir nahmen auf einem schönen Ledersofa platz.

Es war ein grosses Wohnzimmer mit hohem Innenraum, einer schönen Vitrine mit Geschirr und Gläsern, einem schönen Esstisch, einer schönen Sitzecke und einer Wanduhr - grosszügiger als unser Heim in der Schweiz. Strom gibt es erst ab 19 Uhr wurde uns gesagt, aber sonst haben sie hier alles.
Mehr als hereingebeten passierte hinsichtlich Gastfreundschaft nicht. Kein Tee, Gebäck etc - einfach gegenseitiges neugieriges betrachten. Ich holte drei kühle Bier aus dem Kühlschrank und wir teilten uns das in der Runde.

Natürlich war nur das Wohnzimmer so "europäisch". Fliessend Wasser hab es vor dem Haus und unsere Nachfrage nach einer Toilette verunsicherte unsere Gastgeber - schliesslich wurde auf "draussen" verwiesen. Irgendwie wie die Häuser in der Karibik oder in Kuba - sie werden nie ganz fertig gebaut.

Inzwischen war es dunkel geworden, waren wir froh dass wir unsere klappbare Camping Toilette und Wurfzelt dabei hatten und nicht irgendwo in deren Garten s**** mussten.

So sassen wir im Wohnzimmer bei einem Bier und Kerzenlicht, und eine der Frauen konnte auch ganz gut englisch, da sie aus dem nördlichen Kamerun, aus Bamenda stammt und machte die Dolmetscherin.

Die beiden Männer (Josef und Desire) sind Brüder und leben zusammen in dem Haus, mit ihren Frauen und Kindern. Josef ist Mechaniker und Desire ist Taxi Fahrer, wir nehmen an ein Motorrad-Taxi.
 Wir erfuhren dass wir an einem Nationalpark vorbeigefahren sind, vor ca 5 Kilometern, der aber nirgends eingezeichnet ist - also etwas für morgen.

Anscheinend hatten wir etwas zuviel Spass mit der Frau, denn sie wurde weggeschickt und so schwiegen wir uns alle etwas an, aufgrund der Sprachbarierre. Pünktlich um 19 Uhr klackte es und das Licht ging an. In einem anderen Hausbereich duddelte sogleich auch ein Fernseher los - und die erwachsenen verschwanden - zurück blieben wir mit zwei Kleinkindern
Mit Franzöisch-Kenntnissen hätte der Abend sicherlich viel besser verlaufen können, so gingen wir dann zügig raus an die frische und kühlere Luft und in Richtung Bett. Der Hausherr wollte dass wir uns noch weiter hinter das Haus verkrümeln. Uns wiederum war die gerade Fläche wichtiger zum schlafen - denn wir fühlten uns ja durchaus sicher. Nach einem kurzen hin und her durften wir bleiben wo wir waren.








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Sonntag, 2. Dezember 2012

Tag 23, Cameroon


___      Kurzfassung via Satelliten Messager   ___
Heute offroad pur, Schlammschlacht dabei. Wenig km in vielen Std. Dafür mit baden im Atlantik entschädigt, nun Strandcamp inkl. Ameisenattacke. Freu aufs Bett! 
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Heute fuhren wir die ersten 7 Stunden 150 Kilometer im härteren Offroad Style. Wähnten wir nach vielen Schilderungen und Youtube Videos die Grenzpassage als die schönste und schlimmste Passage als bewältigt – sehr zu meiner Enttäuschung – zauberte die Nebenstrecke Bachuo Akabe and Bakebe fabelhaftes Offroadfeeling herbei. Immer wieder forderten lange Schlammpassagen alles von uns und dem Auto – mehrfach war es nicht einfach herauszufinden, wie man die Passage am besten anpacken sollte. Ohne AHC Fahrwerk, welches selbst in Stellung „hoch“ noch ein paar cm nachlegt wenn die Räder durchdrehen – und den Sperren – wären wir mehrmals ohne Hilfe nicht durchgekommen.
Erstmals seid den Sandspielen in Mauretanien war Brummie etwas gefordert – und nun sieht er aus wie damals nach der Saverne – zumindest von aussen. Und analog zu damals, gibt es hier Löcher in den Strassen, wo man das Auto perfekt versenken könnte.

So war alles dabei, extremste Schräglagen mit tiefgestelltem Fahrwerk, tief ausgefurchte Spurmatschrillen und Matschlöcher wo man nicht wusste wie tief sie waren – und wo auch keine Fahrspuren mehr zu erkennen waren. Manchmal das ganze auch noch steil bergab oder bergauf - so richtig schön knackig.

Wenn sich Brummie seitlich an der Matschrinne anlehnte - war auch mein Adrenalinpegel da wo er hingehört. Aber wir kamen um den Einsatz der Winde, des Erdankers und der Maxtrax herum – zumindest dieses mal noch. Wohlgemerkt, man muss diese Strecke nicht fahren, ab Mamfe gibt es eine asphaltierte Strecke. Aber man kann...

Die Locals haben uns jedenfalls 2 Mal darauf hingewiesen, dass es eng werden wird ( "not possible, not with this car"... ) – so ganz ungewarnt waren wir nicht. Das führt auch zu unserem Wohlfühlgefühl bei - denn man weis das die locals einem vor grösseren Dummheiten versuchen zu bewahren.

Es war möglich - aber auch mehrfach sehr eng. Ich denke mit der 285/70/R17 Dimension (33") und Mudterrain Bereifung ist man den locals genau den tick überlegen - den es braucht - um sich noch gerade so durch zu wurschteln...

Danach spulten wir nochmals 90 km zusätzlich ab – ich wollte unbedingt am Meer campieren und wieder mal im Meer baden. Wir steuerten Limbe an – eine süsse kleine Stadt – mit mehrheitlicher Felsküste – und der Cameroonischen Ölindustrie vor der Stadt – inkl. Bohrinseln.

Wenn das jetzt zu ironisch klang – nein – es ist wunderschön hier – auch wenn die Ölindustrie nicht ganz hierher passt. Landschaftlich ist Cameroon ein Traum! Viele kleine Inselchen liegen um das Städchen – was einem ein bisschen an Thailand und Phuket-Phi Phi erinnert.

Wir fuhren ca 20km in Richtung Norden am Meer entlang auf der Suche nach einem Wildcamp und entdeckten ein schönes Restaurant am Meer, wo man uns gegen einen Obolus campieren liess.

Es war so herrlich wieder im Meer schwimmen zu können! Benin war in der Hinsicht ja eine pleite gewesen, das letzte mal waren wir in Mauretanien im Meer gewesen, nach der Montage der neuen Frontscheibe. Es hatte schöne Wellen, nicht zu viel - einfach perfekt.

Bis auf den Strand. Denn der Sand war schwarz und entsprechend sah man beim rauskommen aus. Aber das ist jetzt jammern auf hohem Niveau, würde ich sagen...

Wir kochten uns Reis und bruzzelten ein Steak und speisten lecker. Schon während dem Essen dunkelte es ein und als wir zuende gegessen hatten war es schon eine dunkle Nacht.

Plötzlich bemerkten wir – dass wir von Ameisen befallen werden. Normalerweise wären diese über unsere Socken gelaufen und gut ist. Aber über unsere Nobite behandelten Socken – sie verendeten kläglich und riefen um Hilfe bzw. gaben uns ihren brennenden Saft – ergo wir und die Socken voller sterbender Ameisen.

Also Nachtlager umsiedeln – schwimmen im Meer – und der verspätete Sundowner kann kommen.

Cameroon ist DAS Offroad Paradies schlechthin und viele Dirttracks zu namenlosen Dörfern laden zur Erkundung ein. Im Rahmen unserer Transafrika innerhalb von 2 Monaten – ist hier leider nicht mehr möglich... wer jedoch unbedingt Winde und Equipment testen will – wird hier sicher fündig... Aber man sollte sich sputen – denn hier haben wir auch schon die ersten chinesischen Bautrupps gesichtet, die hier eine Autobahn in den Urwald bauen – irgendwann sind auch die abgeschiedensten Orte erschlossen, befürchte ich.

Unterwegs haben wir noch jede Menge an verschiedenen bunten Vögeln gesehen und immer wieder einmal huschte eine kleine bunte Echse über die Strasse, leider zu schnell um sie auf einem Foto festzuhalten.

Die Leute in Cameroon sind nicht mehr ganz so offen und freundlich wie in den vorhergegangenen Ländern. Kein Winken mehr an den Strassenrändern, wir bemerken eher ein kühles beobachten.

Die Polizeikontrollen waren des Öfteren etwas harsch (wenn auch korrekt). Beim Befahren abgelegener Dörfer – wird man des Öfteren auch mal angeschrien – ob das jeweils ein Polizist ohne Uniform war oder jemand eine Mitfahrgelegenheit gesucht hat (oder was auch immer) – wir sind durchgefahren.

Unser Prinzip auch die Kontrollen zu überfahren, wenn möglich, haben wir beibehalten – meistens wollen diese eh nur quasseln. Leider haben sie hier aber vermehrt auch Nagelbretter – und das durchbrechen ist nicht mehr so oft möglich...

Manchmal liegen richtige Holz-Nagelbretter auf der Strasse die sie erst wegräumen müssen. Hier hat uns forsches draufhalten auch schon geholfen, dass sie die Dinger weggezogen haben. Das klappt allerdings nicht immer, plant also Reserven ein.

Noch gemeiner sind die kurzen Nagelbretter die an Stangen befestigt sind, die bei bedarf unters Auto geschoben werden.

Bezahlen mussten wir jedoch nie, es ging auch hier um das woher und wohin. Vielleicht machten wir auch den Eindruck dass wir nicht zahlen würden, erinnerten die Jungs an NGOs wegen des Basisfahrzeuges (die Fahren da auch des öfteren die Land Cruiser 200) - keine Ahnung...

Spritpreise in Camerun sind übrigens 1 Franken oder leicht darunter.

Hier die Bilder des Tages. Leider war Gitte oft zu gestresst um Fotos zu machen weil sie Angst hatte dass wir stecken bleiben oder absaufen. Daher bekommt ihr hier nur die Szenen zu sehen die soweit einigermassen einfach fahrbar waren.











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Samstag, 1. Dezember 2012

Tag 22 Cameroon


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Wow, Kamerun ist so grün, ein wahrer Dschungel. Grenzen waren heute sehr entspannt und ein gutes Stück Offroaden war dabei. Nun gemütliches Lagerfeuer u Wein. 
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Tag 22, Samstag 1 Dezember, Bushamp – Bushcamp Cameroon ca  240 km

Wir verbrachten eine ruhige Nacht, nur die Hitze versuchte uns, um unseren Schlaf zu bringen.
Erst das Einschalten des Motors und der Klimaanlage erlaubte es, so nach ca. 15min einigermassen unverschwitzt einzuschlafen. Da wir den Motor natürlich ausgeschaltet hatten – wurde es schnell wieder heiss. Es war weniger die Temperatur – sondern mehr die hohe Luftfeuchtigkeit, die uns zu schaffen machte.

Irgendwie gerädert wurden wir durch das Klopfen der Polizei auf die Motorhaube geweckt – sie wollten checken ob alles ok ist. War es, wir wollten eh früh raus.
Wir hatten ja in der nähe von 2 grossen Häusern genächtigt, waren aber nur aus der Ferne beäugt worden. Jetzt im morgengrauen kamen einige jugendliche und Erwachsene an, um zu fragen was wir hier machen. Sie waren ganz verblüfft - "wieso seiht ihr nicht zu uns gekommen" - wir hätten doch beim Haus stehen können. Sie erklärten dass sie dachten, dass wir zu der Polizei gehören, und deswegen nicht näher gekommen seien.

Wir probierten erst gar nicht ihnen klar zu machen, dass wir eben keinen Anschluss gesucht haben, sondern unser Essen kochen und schlafen wollten, ohne von einer Schaar von Leuten umringt zu sein - und uns ganz recht war, dass die Anwesenheit der Polizei den erwünschten Abstand schafften. Ganz abgesehen davon dass wir unser "Equippement" und leckeres Essen - wohl besser nicht hätten auspacken sollen, um keine begehrlichkeiten zu wecken..

Die Polizisten erhielten je einen der guten Kugelschreiber – und wir fuhren Richtung Grenze zu Cameroon. Wir hatten uns noch überlegt den Nationalpark an der Grenze zu besuchen, aber irgendwie wollten wir nicht noch eine Pleite erleben  - und es wäre ein Umweg gewesen. Auch einen Wasserfall mit 20km schlugen wir aus – schon zu viele Pfützen haben wir im Ausland beäugt – und der Rheinfall ist bei uns ja frisch in unser Gedächtnis gebrannt.
Aber Grenze schien in greifbarer Nähe zu sein, und wir wappneten uns für das schlimmste – büschelten abgezählte Geldscheine etc. Doch es wurde sehr entspannt und kostete nur einen Kugelschreiber, welchen wir verschenkten, da die Dame der Gendarmerie so freundlich war.
Danach sollte ein berühmt-berüchtigtes Offroad Stück kommen, aber für Brummie war das nicht wirklich eine Challenge. Für die Corollas hingegen schon, aber wir schafften es, ohne unser Material zu strapazieren – auf die tiefgefurchten Matschwege zu fahren.
Es wurde schon etwas anspruchsvoller, aber nichts was wirklich haarig gewesen wäre. Trotz hochgestellter AHC (Fahrwerk) schrammten wir doch einige Male recht am Unterfahrschutz entlang, als ich mal wieder den "normalo" abzweig verpasst hatte - und auf der "Adventure-Route war. Es gab Passagen mit Schräglagen, mit Schlamm und mit Barrikaden, wo einige Jungs Geld haben wollten – für das Instandstellen der Route. Ich beschwerte mich, dass die Strasse zu gut sei – und der Adventure Charakter zu kurz komme – und wir kamen so mit einem kleineren Obolus davon. Bei Regen hätten wir auf der Strecke definitiv mehr action gehabt, leider wurde daraus nichts, trotz der kleinen Regenzeit...
Wir trafen in dieser Passage auch erstmals in kurzen Abständen zwei Overlander. Zwei Frauen aus Südafrika, die in Richtung Norden fuhren und einen Engländer der alleine unterwegs war.
Ich hoffe ich habe den Weg für die beiden Frauen geebnet, denn ich hatte den Zöllner aufgeklärt dass man durchaus mit einem RHD (Right hand drive) Fahrzeug durch Nigeria fahren darf - auch wenn die locals so ein Fahrzeug nicht fahren dürfen.
Beide Male ergab sich ein Schwätzchen – leider habe ich deren Auto nicht fotografiert – da wären auch die Bloglinks gewesen. Der Engländer wirkte schon ziemlich erschöpft, und erzählte dass er eine  Panne nach der anderen gehabt hätte, und deshalb auch die Nase voll hätte. Seine Hinterachse wurde von der hinteren Seilwinde gehalten. Was soll ich sagen - ein Landrover war es.
Er war auf einer Afrika-Umrundung - und hatt es daher nicht mehr so weit - in Richtung England.
Er staunte sichtlich, als ich ihm erzählte dass ich keine Reparatur selber durchführen könnte, und daher einen neuen Toyota spazieren fahre.
Wir konnten jedoch für Nigeria unsere Empfehlung aussprechen und erfuhren auch einiges über die vor uns liegende Route. Als er meine Enttäuschung wege der "zu einfachen" Offroad-Einlage vernahm, empfahl er mir die N8 zwischen Bachuo Akabe und Bakebe. Das ist "eigentlich" eine Autobahn die sich in jeder Karte findet - aber dieser Streckenabschnitt wurde nie gebaut.
Overlander und Einheimische fahren die Strecke Mamfe - Bachuo Akabe - Etuku, eine grösstenteils geteerte Strasse. Er wäre da den Track entlang gefahren und es wäre die übelste Strecke der ganzen Afrika-Umrundung gewesen.
Gitte, meine Freundin war darüber weniger begeistert, aber da sie meine Enttäuschung über die problemlose Durchfahrt bemerkt hatte, liess sie mich gewähren.
Nach kurzer Zeit erreichten wir Bachuo Akabe ein kleines Dörfchen und auch wieder Asphalt. Mittem im Ort sahen wir den Dirttrack abzweigen den der Engländer gemeint haben muss.
Die Einheimischen winkten und stoppten uns - die Strecke wäre mit unserem Auto nicht zu machen. Ich versuchte ihnen zu erklären dass ich ein höhenverstellbares Fahrwerk habe, zeigte auf Seilwinde und Erdanker - und irgendwann dachten sich die Leute wohl - lasst die "verrückten" ruhig ziehen.
Auch hier zeigte sich wieder dass die Einheimischen freundlich und hilfsbereit sind - und uns Overlander nicht ins verderben rennen lassen - ausser sie wollen es so.
Der Tag neigte sich dem Ende zu - und mitten im Urwald gibt es links und rechts nur dichter bewuchs, keine Chance auf ein verstecktes Wildcamp.
Und so wurde es ein „richtiges Bushcamp“ im Regenwald von Kamerun – mit Lagerfeuer, Wein und während dem Eindunkeln auch mit ein paar Besuchern auf Motorrädern, die aber nach kurzem Nachfragen, was wir hier machen und wieso – sich wieder verkrümelten - mit der ankündigung Nachts wieder zu kommen.
Es ist heiss hier – extrem drückend und auch recht laut – wir werden wohl wieder die Klimaanlage benötigen – um dann einschlafen zu können. Die Geräuschkulisse ist unvorstellbar laut und exotisch. Man kann sich ausmalen, was für ein Tier wohl gerade diesen Schrei ausgestossen hat...

Morgen wollen wir es ans Meer schaffen – aber wir wissen ja nun dass wir die "übleste Route einer Afrikaumrundung" gewählt haben – dh wir wissen nicht wie gut wir durchkommen werden.
Die Jungs auf den Motorrädern kamen nicht wieder, anscheinend hat sie die Party die es an einem Samstag hier in Mamfe sicher gab - mehr gefesselt als ein "sit-in" am Lagerfeuer.. Ich hoffe dass sich das in der Nacht nicht ändert...
Ich habe darauf geachtet dass der Fahrersitz freigeblieben ist - ein Alarmstart sollte möglich sein - solange keiner mit einer Waffe wedelt...
Wie immer war alles wieder eingeräumt, Tisch, Stühle, Kocher und das abgewachene Geschirr wieder im Auto.  Wohlgemerkt fühlen wir uns wohl und gut aufgehoben - die Leute sind freundlich - aber eine gesunde Vorsicht ist besser als alles andere :)
Übervorsichtig kann man uns wohl nicht nennen - unsere Route ist durch unseren Blog und diverse Forenaktivitäten bekannt - und jede Nacht veröffentlichen wir die Koordinaten unseres Bushcamps in unserem Blog - mithilfe unseres Satelliten Messagers








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